7 Dinge, die nur Radfahrer verstehen können

16. Mai 2018 Gemeinsamkeit und Vielfalt
 

Radliebhaber sind eine eigene Spezies im Straßenverkehr. Sie machen einzigartige Erfahrungen im Alltag und leben mit Risiken, die Autofahrer und Fußgänger nur erahnen können. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es im Leben eines Fahrradfahrers Dinge gibt, die nur sie verstehen können; egal, ob Sie dabei auf Ihrem eigenen stählernen Ross unterwegs sind oder sich täglich ein Bike an einer Fahrradstation, bspw. von Nextbike ausleihen.

Wir haben hier 7 Dinge, die nur Radfahrer verstehen können. Gehören Sie dazu?

  • 1. Es gibt ihn wirklich, den Kleinkrieg mit Autofahrern.
  • 2. Stau verursacht keinen Stress!
  • 3. Wir sind Meister. Im vorausschauenden Fahren.
  • 4. Dicke Luft und rote Ampeln braucht es nicht.
  • 5. Wenn es regnet, werde ich nass.
  • 6. Zugtickets und Benzin sind nicht zu teuer.
  • 7. Senioren mit E-Bikes sind die Könige der Straße.

1. Der ewige Kleinkrieg mit dem Autofahrer existiert

Großstadtszenerie. Exorbitanter Straßenverkehr mit unzähligen Gefahrenquellen. Und dazwischen: Die ständige Konkurrenz zwischen Rad- und Autofahrer um den knappen Platz. Da wird schon mal der Radweg zum kostenlosen Parkplatz umfunktioniert oder ohne Schulterblick rechts abgebogen. Hin und wieder rast auch mal ein sausender Schatten in Mordsgeschwindigkeit und ohne Vorwarnung quer über die Straße, weil sich die Ampel wie immer zu viel Zeit lässt.

Der Schwächere in dieser Konstellation ist der weitgehend ungeschützte Radfahrer. Da sich mancher Autofahrer seine Überlegenheit zum Vorteil macht, schlagen die Radfahrer zurück: Sie erobern mit besonderen Aktionen die Straße. In einigen Städten findet monatlich ein „Critical Mass“ statt. Dabei fährt eine große Radfahrergruppe gemütlich über bedeutende Stadtstraßen, wodurch sie die ausgebremsten Autofahrer auf ihre Situation aufmerksam machen möchten. Eine Lösung des Konflikts scheint trotzdem nicht in Sicht, denn bei vielen gestressten Autofahrern bildet sich durch diese Art der Verkehrsblockade auch eine Critical Mass – allerdings eher im Bereich der Halsschlagader, mit rotem Kopf und einem Puls von 180.

2. Stau und stockender Verkehr lassen Pedaltreter kalt

Die „grüne Welle“: Jeder liebt sie, auch Radfahrer. Leider kommt sie in der Realität nur äußerst selten vor, sodass die Ampel beim Anfahren ab und zu (manchmal sogar jedes Mal) auf Rot steht. Schlechte Laune und Stress sind dann vorprogrammiert. Besonders montags. Der bereits erwähnte Kleinkrieg geht in dieser Konstellation in die heiße Phase.

Doch im Gegensatz zum Autofahrer haben Radler mit ihren schlanken Rössern besondere Möglichkeiten, sich eine solche Situation zu erleichtern. So können sie sich gemütlich zwischen den wartenden Autos hindurchschlängeln und als erstes über die grün werdende Ampel fahren, während Autofahrer in die Röhre gucken; oder vielmehr in das Rücklicht ihres Vordermanns.

3. Vorausschauendes Fahren ist unser zweiter Vorname

Welcher Fahrradfahrer kennt das nicht: Ohne Vorwarnung springen Fußgänger oder ihre Haustiere beim Gassigehen auf den Radweg; Schulterblicke und die eindeutige Wegtrennung scheinen verborgene Geheimnisse zu sein. Straßenbahnschienen, Bordsteinkanten und verkehrt herum eingesetzte Gullideckel (alles schon erlebt…) können ebenfalls zu schmerzhaften Stürzen führen. Dann entscheidet das Reaktionsvermögen des Radfahrers (und ein guter Fahrradhelm) darüber, ob alle Beteiligten wieder unversehrt nach Hause kommen.

Früher oder später kennt jeder Radfahrer sein Revier so gut, dass er bereits von Weitem sieht, ob sich mal wieder ein drohendes Unheil anbahnt. Seien es verkehrsblinde Smartphone-Benutzer, umherspringende Haustiere oder das Passantenwirrwarr an Kreuzungen in der Rushhour: alles erhält dieselbe Aufmerksamkeit. Learning by doing erfolgt leider häufig auf die harte Tour.

4. Radfahrer kennen sich besser in der Stadt aus als andere

Fahrradfahrer kommen viel herum. Besonders, wenn sie Freigeister sind (was auf ziemlich viele von ihnen zutrifft). Warum sollten sie immerzu an Autostraßen entlangfahren, wenn die Luft dort stickig ist, der Straßenlärm verrückt macht und es doch sicher irgendwo eine coole Abkürzung gibt?

Bequeme Fahrradfahrer sind smart. Ein kurzer Check bei Google Maps oder spezielle Apps für Radfahrer (wie z. B. Bike Citizens) offenbaren kreative Abkürzungen, die Autofahrern verwehrt bleiben. Dabei entdecken Radfahrer nicht selten ihnen bis dato völlig unbekannte, aber reizvolle Flecken der Stadt. Häufig wurden so schon einzigartige Locations für das nächste Wochenende oder ein spontanes Sit-In entdeckt. Würde daher keinen wundern, wenn der ein oder andere Autofahrer auch einen heimlichen Blick in die Apps werfen sollte.

5. Fahrrad + Regen = Patschnass

Das Radfahren mit einem Regenschirm in der Hand ist keine Lösung für verregnete Tage. Es ist in vielen Regionen sogar verboten! Zwar kommen Fahrradfahrer dadurch trocken(er) ans Ziel, gleichzeitig steigt jedoch die Unfallgefahr. Denn eine Hand ist nie am Lenker, wodurch der Fahrradfahrer in gefährlichen Situationen nur langsam reagiert; etwa, wenn der Schirm durch eine Windböe oder den Fahrtwind eines vorbei brausenden LKWs weggesaugt wird.

Leider sind auch Regencapes keine optimale Lösung und die im Handel erhältlichen „Fahrradwindschutzscheiben“ sind definitiv Geschmackssache. Man wird bei beiden Lösungen trotzdem nass – durch Schwitzen unterm Cape oder von oben. Hoffen wir, dass ein passionierter Radfahrer bald eine Lösung fernab von Überziehhosen, Regenjacke, Navy Seals Mütze und Überschuhen entwickelt. Als echte Frischluftfans sind Bus und Straßenbahn nämlich keine wirkliche Alternative.

6. Kilometerlange Tagestouren beweisen, dass Zugpreise gerechtfertigt sind

Saßen Sie schon einmal den ganzen Tag auf dem Fahrrad und haben dabei eine größere Distanz von vielleicht 60 oder 80 Kilometern zurückgelegt? Erst danach wissen viele Menschen, was ein echter Muskelkater ist. Das ist nicht mal eben ein kleiner Ausflug mit dem Roller rüber zur entfernten Verwandtschaft – das Ganze fühlt sich hinterher eher an wie zwei Mal die Tour de France, eine Wanderung auf den Mount Everest oder 200 Wiederholungen mit 100kg an der Beinpresse.

Wer die gleiche Distanz anschließend mit Zug oder Auto zurücklegt und dabei viel Zeit und Schmerzen spart, nimmt die nun plötzlich sehr angemessen scheinenden Preise gern in Kauf.

7. Coole Senioren beherrschen den Radweg mit ihren E-Bikes

Sie wollen noch heute auf dem Radweg richtig durchstarten? Dann seien Sie gewarnt: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie von einem Radler älteren Semesters ganz entspannt überholt werden, während Sie hechelnd in die Pedale treten. Manchmal bekommen Sie zu dieser unangenehmen Situation noch den unbezahlbar missgünstigen Blick inklusive charmantem Zuzwinkern mit dazu.

Aber keine Sorge: Für gewöhnlich hat das nichts mit Ihrer körperlicher Fitness zu tun, sondern liegt oft am motorisierten Untersatz der Senioren. E-Bikes sind inzwischen ziemlich in Mode gekommen und halten (inzwischen nicht mehr nur) Generation Großeltern mobil. Wenn Sie nicht länger hinterherhecheln möchten, schwingen Sie sich doch einfach auch mal auf ein Elektrorad und schauen sich ein paar Coolness-Tipps von ihren Rentner-Kollegen ab.